auf dem Parkplatz eines Biosupermarktes

Auf dem zu einem Biosupermarkt dazu gehörigen Parkplatz, der sich ganz ökologisch gleich in Autobahnnähe, in der Nähe eines Autobahnkreuzes sogar, befand und auf dem hauptsächlich weniger verbrauchsarme Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse geparkt waren, wahrscheinlich mit Biosprit betankt, deren Besitzer sich die hochwertigen Lebensmittel wohl auch leisten können, jedenfalls auf dem Parkplatz eines Biosupermarktes, gleich in Autobahnnähe in einer schicken Reihenhaussiedlung gelegen, gab es keinen Papierkorb, auch nichts zur Mülltrennung oder dergleichen, einfach keinerlei Abfallbehältnis und das wurde für den einzigen Fußgänger dort, nämlich mich zum Problemchen.

Ich hatte mir, als ich eher zufällig dort vorbei kam, einem plötzlichen Appetitimpuls folgend, einen Biojoghurt zum Zwecke des sofortigen Verspeisens gekauft. Die Mitarbeiterin an der Kasse mit strengen Blick im kantigen Gesicht mit intellektuellen Brillengestell vermittelte den Eindruck, als würde sie nebenher für jeden Kunden beim Bezahlen eine Art Biobilanzdiagnose gleich mit erstellen. Mir kam der Gedanke, dass eine Überdosis Bewusstheit für Ökologie, Gesundheit und alle Probleme dieser Welt auch irgendwie lebensfreudemindernd wirken kann. Vielleicht war es ja keine zu große sondern die falsche Dosis Bewusstheit. Vielleicht war sie ja auch nur wegen des ständigen Ausblicks auf dem Parkplatz deprimiert.  Jedenfalls getraute ich mich nicht nach einem kleinem Plastiklöffel zu fragen, der als Besteckchen für  den spontanen Verzehr geeignet gewesen wär, den es hier aber als abzulehnenden Einweggegenstand vermutlich sowieso nicht geben würde, denn der Biosuper-marktkunde fährt offensichtlich erst alles mit seinem Mittelklassefahrzeug in seine Behausung, bevor er die gesunde Kost zivilisiert zu sich nimmt. Der Joghurt vom Biohof schmeckte immerhin wirklich herausragend lecker. Aber wohin nun mit dem blank geputzten Becherchen, dass sich wie eine Pappe- Plastikmischung anfühlte. Alles umher forderte zur Reinlichkeit auf, die sich aber gar nicht nprakturieren lies, wenn man seinen Müll nicht selbst mit dem PKW davon fuhr. Da auch mein Verdauungsapperat irgendwie Bio ist, musste ich den Gedanken verwerfen den Becher gleich mitzuessen. Was also tun ? Den Becher auf einer BMW – Motorhaube plazieren, in einen der gepflegten Vorgärten fallen lassen, auf dem Asphalt wütend breit treten oder in den Spezialsupermarkt zurück werfen, wenn sich die automatische Schiebetür gerade öffnete. Das mit dem Becher wird ja immer seltsamer bizzarer und frecher, dachte ich mir und mit etwas Glück fuhr er dann  in einem Einkaufswagen, vorn in dem Körbchen für Klöeinigkeiten in den Biosupermarkt zurück, dessen Parkplatz ich jetzt, aber nicht Richtung Autobahn verlies.