Cash to Go
Auf meinem spätabendlichen Nachhauseweg suchte ich noch schnell die Schauburg auf, um mir ein üblicherweise dort kostenfrei ausliegendes Stadtmagazin mitzunehmen. An der mittlerweile leeren Bar des Kinos lief Musik: „When a man comes around“ sang Johny Cash. The man was me, in dem Fall. Denn ich war einzige im Kinovorraum and I came arond, wenn auch nur wegen der Stadtpostille DRESDNER. Mein Weg führte mich dann weiter im Bischofsweg an der Terrasse vorbei und ich schielte durch die dortigen großen Fenster hinein, ob nicht vielleicht wer bekanntes zu sehen ist. Überhaupt war ich lange nicht hier drin, betrat das Lokal und wurde mit einem aus den Boxen dröhnenden „Go away from my window“ auch gleich wieder raus geschickt. Na gut ich geh ja schon, zumal mir das Wichtigste um meinen Aufenthalt hier zu legitimieren, nämlich Cash fehlte. Ich bog in die Rudolf-Leonhard-Str. ein und ein mir plötzlich erscheinender „Ghostwriter in the sky“ empfahl mir dringend den nächsten Geldcash – Automaten aufzusuchen and „ I walked the line“ genau dahin. So frisch ausgestattet betrat ich dann doch noch das Leonardo. Am ersten Tisch vorn schaute ein Pärchen trübselig aneinander vorbei. „Love is a burning flame ba, ba, ba,baba“ sieht aber anders aus, dachte ich mir und mir viel erst jetzt auf, dass hier gar nicht Cash läuft sondern nur für die dann zu zahlende Zeche von Bedeutung ist. Naja wenn man selbst wieder Cash bzw. Bargeld für die Bar hat, wird ja schnell auch egal, welcher Johny da eigentlich gerade singt.